Systemische Therapie
Problematische Verhaltensweisen (Resignation, Sprachlosigkeit, Verweigerung, Rückzug, ...) werden in der systemischen Sichtweise als ernstzunehmende Lösungsversuche betrachtet, auch wenn man mit diesem Verhalten oft einen hohen Preis zahlen muss. Durch diese Haltung lassen sich auch destruktive Muster im Beratungsprozess zunächst wertschätzend integrieren, und mit ihnen die dahinter stehenden Personen.
Erinnerungen aus Kindheit, Jugend oder familiärer Vergangenheit werden nur so weit angesehen, wie es Sinn macht - und miteinander vereinbart wird. Oft beginnt ein Gespräch im „Hier und Jetzt“ und bleibt auch da.
Die systemische Therapie geht (unter anderem) davon aus, dass der Ratsuchende die Lösung in sich trägt. Zugegeben, oft verschüttet und - erst mal - nicht erreichbar. Aber der in der Krise Lebende, egal ob Erwachsener, Jugendlicher oder Kind, - sie alle sind grundsätzlich befähigt, wesentliche Ideen, Hoffnungen oder Erinnerungen zu entdecken und ihre jeweilige Thematik in eine neue Richtung zu bewegen. Wobei die Aufgabe des Therapeuten primär darin besteht, diesen Prozess des individuellen Suchens und Findens anzuregen und nötigenfalls zu lenken.
